{"id":1159,"date":"2022-05-02T08:17:15","date_gmt":"2022-05-02T06:17:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/?p=1159"},"modified":"2022-11-28T04:15:33","modified_gmt":"2022-11-28T02:15:33","slug":"1159","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/1159\/","title":{"rendered":"willi"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/\/746FB6D8-4A55-4568-8987-05EB488B8E7B-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1183\" srcset=\"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/746FB6D8-4A55-4568-8987-05EB488B8E7B-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/746FB6D8-4A55-4568-8987-05EB488B8E7B-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/746FB6D8-4A55-4568-8987-05EB488B8E7B-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/746FB6D8-4A55-4568-8987-05EB488B8E7B-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/746FB6D8-4A55-4568-8987-05EB488B8E7B.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst dachte ich, ich kann und will nichts schreiben. Und jetzt hat sichs von selbst geschrieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sage immer von mir, dass ich ein vergesslicher Mensch bin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass ich mich eher an Emotionen, als an Situationen und Bilder erinnern kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieber Willi, seit mich die Nachricht \u00fcber deinen Tod erreicht hat, kommen mir st\u00e4ndig Situationen und Bilder in den Sinn, die ich mit dir erlebt habe, die mich zum Lachen, zum Weinen und zum Staunen brachten. Zum Lernen und zum Annehmen und Genie\u00dfen. Die Zeit blieb stehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte so ein Gl\u00fcck, und ich wu\u00dfte es.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine Zusammentreffen mit dir waren immer mit einer gro\u00dfen Vorfreude verbunden. Manchmal konnte ich es gar nicht fassen, wie gut man es mit dir haben kann und wie gern ich dich habe. Dann musste ich dich einfach dr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles, was auch in meinen therapeutischen Begegnungen von Bedeutung ist, alles was ich dort sein und anbieten m\u00f6chte, all das bekam ich von dir in den Momenten unserer Begegnungen. Einfach so, und eigentlich immer. So viel Unterst\u00fctzung, die du mir gegeben hat. So viel Wertsch\u00e4tzung und immer wieder das Erinnern, dass ich mich selbst durchaus etwas wichtiger nehmen darf im musikalischen Kontext. Treffsicherheit in der Wahl der Themen und der Wahl der Worte, du hattest sie in Bezug auf mich immer. Ich habe mich nicht aufgedr\u00e4ngt &#8211; du hast mich trotzdem gesehen. Und mich ab und an auch angestupst, mich ein bisschen sichtbarer zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch dein Resonanz-Sein, dein Zuh\u00f6ren und auch dein Gut-sein-Lassen, ich werde es so vermissen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber du hast mir einen gro\u00dfen Schatz mitgegeben, und mich, die Vergessliche, stupst er jetzt schon an mit den Erinnerungen, die mir begegnen. Und ich weine. Und ich lache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist unglaublich beeindruckend, wie viele Menschen du auf verschiedenste Weisen ber\u00fchrt hat, die dies nun auf ebenso ber\u00fchrende Weise kundtun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ach, herrje, ich kann es einfach nicht fassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was es f\u00fcr mein Musizieren bedeutet, dass sich unsere Wege musikalisch trafen, ist nicht in Worte zu fassen. Ich bin dem Ernst unendlich dankbar, dass ich Teil der Combo sein durfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ich hab so viel gelernt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab und an erz\u00e4hle ich ja bei meinen eigenen Konzerten die Geschichte, als wir beide hinter der B\u00fchne auf unsere Auftritte warteten \u2013 ich glaube, es war in Bregenz und es war einer der fr\u00fchen Auftritte von dir beim Ernst. Du gingst auf und ab und ich fragte dich, wie es dir ginge. Schon etwas aufgeregt, sagtest du, und dass du dir w\u00fcnschen w\u00fcrdest, dass es beim Musizieren so w\u00e4re, als w\u00fcrde man zuhause in seinem Wohnzimmer musizieren gemeinsam. Und dies sich f\u00fcr alle dann so anf\u00fchlen \u2013 die Zuh\u00f6renden und die Musizierenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke seither vor jedem Auftritt daran. Es ist ein wundersch\u00f6ner Leitfaden, was Musik sein kann. Ein gro\u00dfes gemeinsames Ganzes bei dem jeder gleich wichtig ist und sich einbringt mit dem, was er gerade ist &#8211; musizierend und Resonanz seiend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieber Wilhelm, ich bin unendlich traurig und dankbar f\u00fcr unendlich Vieles!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meine tiefe Anteilnahme der Roswitha und deiner ganzen gro\u00dfen Familie in dieser schrecklich schweren Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#x1f5a4;&#x1f90d;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sibylle<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Bild hat der Hannes Wirth im Lehartheater beim Soundcheck vor fast genau 9 Jahren gemacht. Du bist der mit der Kappe im Hintergrund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christoph und ich haben am n\u00e4chsten Tag geheiratet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst dachte ich, ich kann und will nichts schreiben. Und jetzt hat sichs von selbst geschrieben. 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