{"id":2030,"date":"2024-03-15T09:01:21","date_gmt":"2024-03-15T07:01:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/?p=2030"},"modified":"2024-03-15T09:01:21","modified_gmt":"2024-03-15T07:01:21","slug":"sibylle-zitiert-im-falter-newsletter-von-gerhard-stoeger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/sibylle-zitiert-im-falter-newsletter-von-gerhard-stoeger\/","title":{"rendered":"Sibylle zitiert im Falter Newsletter von Gerhard St\u00f6ger"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Immer \u00c4rger mit dem Amadeus<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Am 26. April wird im Volkstheater der \u00f6sterreichische Musikpreis Amadeus vergeben, das Voting daf\u00fcr l\u00e4uft noch bis 19. M\u00e4rz. Die Nominierungen sorgen aber einmal mehr f\u00fcr Kopfsch\u00fctteln<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>GERHARD ST\u00d6GER<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>VERSENDET AM 13.03.2024<\/p>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.falter.at\/uploads\/newsletters\/maily\/bipolar_c_apolloniatheresabitzan.jpg?width=1000\"><\/p>\n\n\n\n<p>Bipolar Feminin: Band des Jahres, Album des Jahres, Liveact des Jahres. Allerdings nicht f\u00fcr den Amadeus, da ist die Band nur in zwei Trostpreis-Kategorien nominiert (Foto \u00a9 Apollonia Theresa Bitzan)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ungefilterte Emotionen sind oft ein Problem. Manchmal aber auch eine tolle Sache. So wie im aktuellen Newsletter von&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/\">Sibylle Kefer,<\/a>&nbsp;einer \u00f6sterreichischen Musikerin,&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20190925\/newoe-newoe-newoe\">die wir hier im FALTER sehr sch\u00e4tzen.<\/a>Speziell auch ihr aktuelles Album &#8222;Hoid&#8220;, es landete in den Top drei unserer Pop-Jahrescharts 2023.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sei gerade im Kino gewesen und habe endlich\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eO4ZCc1Z3tU\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Katharina M\u00fccksteins Film &#8222;Feminism WTF&#8220;<\/a>\u00a0gesehen, schreibt die Musikerin. Noch ganz aufgekratzt davon h\u00e4tte sie sich anl\u00e4sslich des 8. M\u00e4rz dann die diesj\u00e4hrigen Nominierungen f\u00fcr den\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amadeus_Austrian_Music_Award\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Amadeus-Musikpreis<\/a>\u00a0genauer angesehen. &#8222;Meine Musik ist nicht dabei, ich h\u00e4tte es dem Album geg\u00f6nnt und auch gefunden, dass es nicht abgehoben ist, es sich vorzustellen&#8220;, schreibt sie. Stimmt, &#8222;Hoid&#8220; z\u00e4hlt mit zum Besten, das die \u00f6sterreichische Singer\/Songwriter-Szene in den letzten Jahren hervorgebracht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Aber macht nichts. Das geht vielen anderen genauso und das ist nicht der Punkt&#8220;, meint Kefer in der ihr eigenen Bescheidenheit weiter. &#8222;Ich habe aber einen Punkt: Das Geschlechterverh\u00e4ltnis der Nominierten ist derma\u00dfen oag, dass es mir auch ohne den Besuch der tollen Dokumentation den Magen ausgehoben h\u00e4tte.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Sibylle Kefer ist also grantig. V\u00f6llig zurecht, kann ich dazu nur sagen \u2013 und sch\u00f6n, dass sie diesen Grant mit uns teilt. Der Amadeus ist \u00d6sterreichs einziger relevanter Preis f\u00fcr popul\u00e4re Musik. So etwas wie der \u00f6sterreichische Grammy, hei\u00dft es bisweilen. Was schon stimmt \u2013 wenn der&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.leberkaspepi.at\/\">Leberkas-Pepi<\/a>&nbsp;so etwas wie der \u00f6sterreichische McDonald&#8217;s ist (das ist jetzt ein bisschen unfair dem Leberkas-Pepi gegen\u00fcber, aber Sie verstehen, was ich meine, oder?). Witzeleien bringen uns freilich nicht weiter, denn es gibt nun einmal nur diesen Austro-Musikpreis. Also versuchen wir, ihn ernst zu nehmen. Und wer ernst nimmt, kritisiert eben auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Kefers Kritik greift in meinen Augen zu kurz, sie sieht das Problem rein durch die Geschlechterbrille: Zu viele M\u00e4nner im Business w\u00fcrden f\u00fcr zu viele M\u00e4nner in der Auslage sorgen; dem Amadeus liege ein &#8222;m\u00e4nnerdominiert gepr\u00e4gter Geschmack&#8220; zugrunde. Tats\u00e4chlich&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/jury.aama.at\/\">ist die Jury auf der Amadeus-Website einsehbar;<\/a>&nbsp;ziemlich genau 40 Prozent der Expert:innen sind weiblich. Keineswegs optimal, f\u00fcr den jahrzehntelang extrem m\u00e4nnerlastigen Musikbereich aber nicht ganz schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erkl\u00e4rung: Initiiert vom&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ifpi.at\/\">Verband der \u00d6sterreichischen Musikwirtschaft (Ifpi)<\/a>&nbsp;wird der Amadeus seit dem Jahr 2000 in verschiedensten Kategorien vergeben. Das Prozedere ist nicht unkompliziert. Zu einem Drittel z\u00e4hlen die Verkaufszahlen, zu einem Drittel z\u00e4hlt die Meinung einer Fachjury und das letzte Drittel entf\u00e4llt aufs&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/voting.aama.at\/\">Online-Voting des Publikums,<\/a>&nbsp;das noch bis 19. M\u00e4rz um 12 Uhr l\u00e4uft. Pro Kategorie gibt es f\u00fcnf Nominierte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich votiert nicht jedes Mitglied der Fachjury in allen Kategorien, sondern nur in jenen, f\u00fcr die es als kundig gilt. Wer diese Fachjury allerdings zusammenstellt und wer den ausgew\u00e4hlten Personen welche Bef\u00e4higung zuspricht? Man wei\u00df es nicht. Die Jury besteht halt aus Leuten, die hierzulande irgendwas mit Musik zu tun haben. Journalist:innen, Veranstalter:innen, Branchenmenschen. Wichtiger als die Frage, wie viele Frauen in der Jury sitzen, scheint mir, nach welchen Kriterien diese Jury zusammengestellt wird und was die jeweilige Qualifikation ihrer Mitglieder ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiteres Amadeus-Problem sind die Genre-Kategorien. &#8222;Pop&#8220; im Amadeus- respektive Ifpi-Sinne ist vornehmlich austauschbare Formatradiomusik, die Internationales mehr oder weniger gelungen korrigiert, sowie Neo-Austropop, an dem erfolgsbedingt kein Weg vorbei f\u00fchrt (Stichwort: Seiler &amp; Speer). Wirklich interessante Popmusik landet vornehmlich in Kategorien wie &#8222;Alternative&#8220;, &#8222;HipHop\/Urban&#8220; oder, v\u00f6llig grotesk, &#8222;Jazz\/World\/Blues&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn ja, Sigrid Horn, wie Sibylle Kefer eine gro\u00dfartige Songwriterin, scheint diesmal tats\u00e4chlich in der letztgenannten Kategorie auf. Jazz und Blues macht sie keinen, &#8222;World&#8220; nur insofern, als ihr Gesang im Dialekt gehalten ist. Was es in dieser Kategorie auch heuer nur in Spurenelementen gibt, sind \u00fcbrigens, Sie ahnen es vielleicht schon: Jazz, World und Blues.<\/p>\n\n\n\n<p>Theoretisch w\u00fcrde der Amadeus ja eine gewisse Vielfalt erlauben, praktisch aber schl\u00e4gt sich meist nur mehr wenig dessen auch in den Auszeichnungen nieder, was \u00f6sterreichischen Gegenwartspop aufregend macht. Einzelne Amadeus-Kategorien, heuer allen voran &#8222;HipHop\/Urban&#8220;, bieten tats\u00e4chlich eine gute F\u00fcnferauswahl. Gleich vier Frauen sind hier vertreten (gewinnen wird wie immer der unvermeidliche Macho-\u00d6db\u00e4r Raf Camora, aber das ist wieder ein anderes Thema).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um hier mit offenen Karten zu spielen: Ich geh\u00f6re der omin\u00f6sen Amadeus-Fachjury seit vielen Jahren selbst an. &#8222;Jury&#8220; hei\u00dft, dass man online seine drei Nominierung eintippt; f\u00fcr die Denkfaulen einfach nur per Klick aus einer bereitgestellten (aber h\u00e4ufig unvollst\u00e4ndigen Liste) an Ver\u00f6ffentlichungen ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als diverse gesch\u00e4tzte Journalismus-Kolleg:innen habe ich mir Hohn und Spott zum Amadeus meist verkniffen und die Jury-Einladung eben nie ignoriert. Lieber mitbestimmen als motschgern, fand ich immer. Als Album des Jahres habe ich diesmal Bipolar Feminin vor Sibylle Kefer und Buntspecht nominiert; meine Liveact des Jahres sind Bipolar Feminin, Bilderbuch und Voodoo J\u00fcrgens, und in der Kategorie Rock\/Pop sind meine Top drei Anna Mabo, Buntspecht und wiederum, allen voran, Bipolar Feminin, weil sie als Herzenspunks zwar aus der Nische kommen, aber \u00fcber Massenappeal verf\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bipolar Feminin sind immerhin f\u00fcr die Trostpreise &#8222;Alternative&#8220; und &#8222;FM4 Award&#8220; nominiert, alles andere kommt beim Amadeus 2024 erst gar nicht vor. Weil Geschm\u00e4cker eben verschieden sind? Ja, eh. Vor allem aber, weil dem Amadeus ernsthafte Auseinandersetzung mit Popkultur ebenso fehlt wie ein Interesse am Diskurs dar\u00fcber. Anders ausgedr\u00fcckt: Man muss kein Bilderbuch-Fan sein, um anzuerkennen, dass sie live in einer eigenen Sph\u00e4re spielen \u2013 um hier nur das Offensichtlichste anzusprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie Sibylle Kefer ziehe ich aus dem aktuellen Amadeus-Dilemma meine Schl\u00fcsse. Weniger grantig und kampfeslustig, wie sie, sondern eher resigniert und auf seltsame Weise belustigt. Die Moral von dera Gschicht? 2025 werde ich den Kelch Jury-Teilnahme wohl erstmals an mir vor\u00fcbergehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.falter.at\/uploads\/authors\/gs-1675418448.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Ihr Gerhard St\u00f6ger<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/www.falter.at\/maily\/20240313\/immer-aerger-mit-dem-amdeus\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer \u00c4rger mit dem Amadeus Am 26. 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