{"id":2343,"date":"2026-01-30T13:18:59","date_gmt":"2026-01-30T11:18:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/?p=2343"},"modified":"2026-01-30T13:20:18","modified_gmt":"2026-01-30T11:20:18","slug":"ma-wue-vue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/ma-wue-vue\/","title":{"rendered":"ma w\u00fc v\u00fc"},"content":{"rendered":"\n<p>liebe menschen!<\/p>\n\n\n\n<p>es ist an der zeit, das album mit gro\u00dfer freude und ehrfurcht an euch zu \u00fcbergeben.<\/p>\n\n\n\n<p>den text, den ich bereits vor monaten verfasst habe f\u00fcr diesen zeitpunkt h\u00e4nge ich mit an.<\/p>\n\n\n\n<p>alles liebe,<\/p>\n\n\n\n<p>sibylle<\/p>\n\n\n\n<p>releasekonzert: 06.03.2026 porgy and bess vienna (+ 50er feier + open stage)<\/p>\n\n\n\n<p>konzert arge salzburg: 29.04.26<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/\/mawuevue_digital_3000x3000_300dpi-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2347\" srcset=\"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/mawuevue_digital_3000x3000_300dpi-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/mawuevue_digital_3000x3000_300dpi-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/mawuevue_digital_3000x3000_300dpi-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/mawuevue_digital_3000x3000_300dpi-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/mawuevue_digital_3000x3000_300dpi-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/mawuevue_digital_3000x3000_300dpi-2048x2048.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/\/Pressefoto-Sibylle-Kefer-copyright-Christoph-Neubacher-Kefer-quer-1-Kopie-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2345\" srcset=\"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Pressefoto-Sibylle-Kefer-copyright-Christoph-Neubacher-Kefer-quer-1-Kopie-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Pressefoto-Sibylle-Kefer-copyright-Christoph-Neubacher-Kefer-quer-1-Kopie-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Pressefoto-Sibylle-Kefer-copyright-Christoph-Neubacher-Kefer-quer-1-Kopie-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Pressefoto-Sibylle-Kefer-copyright-Christoph-Neubacher-Kefer-quer-1-Kopie-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Pressefoto-Sibylle-Kefer-copyright-Christoph-Neubacher-Kefer-quer-1-Kopie-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>pers\u00f6nlicher Text zum 7. Album \u201ema w\u00fc v\u00fc\u201c, <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/roman.weis.90?__cft__[0]=AZayUPoewC5BB0Q1Ru7UVMqY-9lJa-zcBXGVYDxq4KoSQ_OMexuVBtNoV2P_cvB82yQM5ihzN_R_A6Z8Y3kuLW3ABC78uUr0UHvRxNlyGc5zB03d5_uCnCocy_LjEGV_s0Xcpy639YRwEl7Npx5hWcXv&amp;__tn__=-]K-R\">Sibylle Kefer<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Teil dessen, was ich seit 25 Jahren mache, findet im Verborgenen statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil es dort hingeh\u00f6rt &#8211; im therapeutischen Kontext, in dem es um klare gesch\u00fctzte Rahmenbedingungen geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin zu einem Teil meines beruflichen Seins Musiktherapeutin.<\/p>\n\n\n\n<p>An die 300 Kindermusiktherapien habe ich bisher wohl mindestens gemacht. Mit Kindern, die \u00dcbergriffen, Traumata und Verlusterfahrungen ausgesetzt waren und aus Krisensituationen zu mir geschickt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mit ihnen musiziert, sie begleitet, co-reguliert, Affekte geteilt, contain-ed und gemeinsam reflektiert. Ich habe mich f\u00fcr sie stark gemacht und mich durch sie und mit ihnen weiterentwickelt. Ich habe mich weitergebildet, um sie bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen und meine Erlebnisse haben sich in mein Selbstbild und mein Bild der Welt integriert und dieses auch politisch und zivilgesellschaftlich gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Jahre habe ich mich zudem immer mehr auch auf die Arbeit mit Bezugspersonen konzentriert. Sie in den Prozess miteinzubeziehen, \u00dcbersetzungsarbeit zu leisten, Kompetenzen und Interaktions\u00f6ffnungen zu erkennen und zu st\u00e4rken, sind mitunter zu meinem Steckenpferd geworden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das, was mich als Musikerin, als Singer\/Songwriterin ausmacht, mein sch\u00f6pferisch-kreatives Selbstverst\u00e4ndnis, die Art, wie ich Musik erlebe, wie ich mich ausdr\u00fccke, wie ich Perspektiven einnehme und anbiete, wie ich versuche Br\u00fccken zu bauen und Affekte anzubieten, die Form des In-Kontakt-Tretens und Eintauchens, &#8230; ist untrennbar mit diesen Erfahrungen verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und verwoben &#8211; in meinem anderen beruflichen Strang &#8211; dem der Liedermacherin, S\u00e4ngerin und Musikerin.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Lieder schreibe ich in meinem mir eigenen ober\u00f6sterreichischen Dialekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Laufe der Jahre hat sich mein Rollenverst\u00e4ndnis immer mehr zu einem Ganzen zusammengef\u00fcgt. Je selbstverst\u00e4ndlicher ich mir gesellschaftlich zugeordnete Positionen und Rollenbilder verschwimmen lie\u00df durch eine authentische und greifbare Haltung, desto weniger wurden mir Definitionen abverlangt und desto weniger brauchte ich sie auch selbst &#8211; eine befreiende Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es klare gesellschaftliche Erwartungen an diese Rollenbilder gibt, wurde durch Grenzen, an die ich stie\u00df, auch immer deutlicher.<\/p>\n\n\n\n<p>In Bezug auf die Verwertbarkeit meiner Musik empfahl man mir, eine klare Trennung zu ziehen. Mich nicht als Authentisches Ganzes vermarkten zu versuchen, sondern lediglich einen Teilaspekt zu beleuchten. Eine Vermischung der verschiedenen Rollen k\u00e4me einer Einordnung in die Quere.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich kristallisierte sich innerhalb dieser Empfehlung eine schier unl\u00f6sbare Problemstellung heraus \u2013 es gab mich nur als Ganzes, die Aufteilung war mir nicht m\u00f6glich &#8211; auch nicht sch\u00f6pferisch-kreativ. Mehrfachbelastung, Marginalisierung, Ungleichbehandlung, Unsichtbar-Sein und -Bleiben schien M\u00e4nner nicht so sehr zu betreffen wie sie mich betrafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem musiktherapeutischen Gef\u00fcge, das auch immer wieder um die ihr zustehende Anerkennung k\u00e4mpft, erlebte ich also einen zweiten Teil, der sich sehr bem\u00fchen musste, eine Definition f\u00fcr das, was ich bin und mache zu finden, sichtbar zu werden und zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und abzutasten, ob das ein Einzelph\u00e4nomen oder vielleicht doch ein strukturelles Problem ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir wurde gesagt, dass meine B\u00fchnenkleidung unpassend, meine Frisur untauglich, meine Brille entbehrlich, meine Art zu quirlig und gleichzeitig zu sch\u00fcchtern, meine Wortwahl unangemessen, mein Lachen zu laut und meine Bewegungen zu gro\u00df sind. Meine Musik und meine Texte nicht gut genug, meine Ideen zu verwirrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich lernte, derartige Kritik nicht mehr auf pers\u00f6nlicher Ebene zu parken. Dort verursacht sie Schaden und Schmerzen, und n\u00e4hrt ein gesellschaftlich gewachsenes Rollenverst\u00e4ndnis, das ich nicht weiter mittragen m\u00f6chte und das aber so viele im Verborgenen kennen. Ich m\u00f6chte ein solches Narrativ nicht mehr n\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenn ich \u00f6ffentlich benenne &#8211; innerhalb und au\u00dferhalb meiner Kunst, entsteht Resonanz, die es braucht, um sich verbinden zu k\u00f6nnen, und die Erfahrungen und den Umgang damit zu vergleichen, sich zu st\u00e4rken und auch einer n\u00e4chsten Generation zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>In meinen Liedern biete ich meine entstandene Perspektive an. Musik in Verbindung mit Sprache und Reflexion als Schl\u00fcssel &#8211; politisch und pers\u00f6nlich. Weil das Pers\u00f6nliche gerade hier immer noch sehr politisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt mich noch, und ich erlebe mich &#8211; mit und nach R\u00fcckschl\u00e4gen &#8211; immer wieder k\u00e4mpferisch in Bezug auf strukturelle Ungleichheiten. Ich werde fokussierter, sensibilisierter, auch radikaler und genauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Solokarriere habe ich als 30-j\u00e4hrige Alleinerzieherin begonnen, ein fr\u00fcherer Zeitpunkt w\u00e4re unvorstellbar gewesen. Rolemodels h\u00e4tten mich gefreut! Es h\u00e4tte mir gezeigt, dass es m\u00f6glich sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist es m\u00f6glich? Ich wei\u00df es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Frauen und alle FLINTA*s (- vor allem, aber nicht nur &#8211; meiner Generation), die eigene Lieder in der eigenen Sprache mit Themenbehandlungen aus ihrer eigenen Sicht schreiben (k\u00f6nnen, weil sie Rahmenbedingungen vorfinden, die diesen Raum \u00fcberhaupt erst er\u00f6ffnen), sind in der ersten Reihe der \u00f6sterreichischen Musikszene immer noch eine absolute Ausnahmeerscheinung &#8211; gerade auch als weiblich gelesene \u201emittelalterliche\u201c Person.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr dieses siebte Album habe ich, wie auch bei meinen Alben davor, leider keine finanzielle Unterst\u00fctzung des \u00f6sterreichischen Musikfonds erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich freue mich, dass es die Musik nun trotzdem geschafft hat zu existieren, auch, wenn sich alle Mitwirkenden einen ad\u00e4quaten finanziellen Ausgleich verdient h\u00e4tten, inklusive mir.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n\n\n\n<p>Sibylle Kefer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>liebe menschen! es ist an der zeit, das album mit gro\u00dfer freude und ehrfurcht an euch zu \u00fcbergeben. den text, den ich bereits vor monaten verfasst habe f\u00fcr diesen zeitpunkt h\u00e4nge ich mit an. alles liebe, sibylle releasekonzert: 06.03.2026 porgy and bess vienna (+ 50er feier + open stage) konzert arge salzburg: 29.04.26 pers\u00f6nlicher Text [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2343","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2343"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2348,"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2343\/revisions\/2348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sibyllekefer.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}