Sibylle Kefer

ich tue mir schwer

Ich tue mir schwer. Ich tue mir richtig richtig schwer. Ich warte auf das Interview mit dem zuständigen Vertreter des Volkes und ich fürchte schon zuvor, ungefähr zu ahnen, wie er es anlegen wird. Welche Strategie er wählen wird. Ich weiß nicht, ob ichs aushalten werde. Es wird eine gröbere Mixtur an Gefühlen bei mir auslösen, und ich bin mir nicht sicher, ob ich das will. Ich tue mir schwer.

Er legt es anders an. Und es macht mich fassungslos. 

Ich mag es nicht so gern, wenn ich mich in einer Reaktion wiederfinde, von der ich glaube, selbst niemanden in eine solche bringen zu wollen. 

Dass wir Menschen so auch sind… Ich weiß es. Ich erlebe es beim Ergebnis jeder neuen Wahl. Aber ich verstehe es immer noch nicht. Und ich gehe davon aus, ich bin einfach nur aufgrund einer privilegierten Position nicht in dieses Lager gerutscht, dass ich es hart, dass ich es kalt, dass ich es getrennt, dass ich es gerichtlich – höchstgerichtlich haben will.

Ein warmes familiäres Umfeld, keine Angst um meinen Platz hier, keine Bedrohung, weil ich (sie zwar meist nur um die Weihnachts- und Osterzeit aufsuche, aber doch) in die evangelische Kirche einzahle. Und ich habe sogar während dieser Pandemie immer noch einen meiner zwei Jobs, um den ich derzeit nicht fürchte. 

Glück gehabt. 

Ich möchte es lieber warm, ich möchte es anlassbezogen, ich möchte es persönlich.

Ich möchte, dass die Menschen hinsehen und dann sagen, das geht sich aus, wenn dem so ist. Es würde in meiner Welt eines Gerichtsurteils dort dann gar nicht mehr bedürfen, weil es sich ohnehin ausgegangen wäre. Jedenfalls wohl in diesem Fall.

Obwohl – dieses Gefühl der ausgleichenden Gerechtigkeit, das kenne ich auch sehr gut. Selbst das Gefühl von Rächen-Wollen kenne ich. Da möchte ich es am liebsten auch höchstgerichtlich haben, nach meinem Geschmack höchstgerichtlich. Meine Richterin würde sagen: „Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass sich das so ausgeht? Tut mir leid, aber ich bin der Ansicht, da müssen wir genauer hinschauen. Wie haben Sie sich das gedacht? Hält ihre Geschichte denn eigentlich auch in den Augen von Kindern? Bringen Sie mir ein paar Kinder und wir erzählen ihnen die Geschichte. Was sagen die Kinder dazu? Was glauben Sie?

Kinder. Könnten die sowas beurteilen? Wäre das vermessen? Wie müsste die Geschichte aufbereitet werden, damit sie unvoreingenommen sein könnten? Wie würden sie entscheiden? 

Wie komme ich eigentlich auf Kinder? Gibt es da nicht auch ein Gleichnis im neuen Testament? Ich schweife ab.

Ach, ich mutmaße – Steckt eine größere Strategie dahinter? Ein Ablenkungsmanöver? Beschäftigt sich halb Österreich gerade mit diesem Fall, weil es Probleme mit dem Impfstoff gibt? Weil es neue Probleme mit der Schredderung gab und weil es mit den Beliebtheitswerten, auch aufgrund der bisherigen Pandemiestrategie, nicht mehr ganz so läuft? 

Es gilt wohl gerade jetzt die Klientel zu bedienen, die es hart aber fair haben will. Der eine Vertreter des Volks wird es richten. Und der andere wird es ihm danken. 

Würde es so sein, dann bedienten die Inhalte die Macht und nicht die erlangte Macht diente der bestmöglichen adäquatesten Beschäftigung mit den Inhalten. 

Diese Familien mit ihren Kindern hätten somit „einfach Pech“. 

Aufreibend. Aber höchstgerichtlich abgeklärt und bestätigt. Alles richtig gemacht.

Nein, es hilft nichts – in meiner Welt geht sich das nicht aus.

Und deshalb tue ich mir gerade richtig richtig schwer.

Ich tue mir schwer. Ich tue mir richtig richtig schwer. Ich warte auf das Interview mit dem zuständigen Vertreter des Volkes und ich fürchte schon zuvor, ungefähr zu ahnen, wie er es anlegen wird. Welche Strategie er wählen wird. Ich weiß nicht, ob ichs aushalten werde. Es wird eine gröbere Mixtur an Gefühlen bei mir auslösen, und ich bin mir nicht sicher, ob ich das will. Ich tue mir schwer.

Er legt es anders an. Und es macht mich fassungslos. 

Ich mag es nicht so gern, wenn ich mich in einer Reaktion wiederfinde, von der ich glaube, selbst niemanden in eine solche bringen zu wollen. 

Dass wir Menschen so auch sind… Ich weiß es. Ich erlebe es beim Ergebnis jeder neuen Wahl. Aber ich verstehe es immer noch nicht. Und ich gehe davon aus, ich bin einfach nur aufgrund einer privilegierten Position nicht in dieses Lager gerutscht, dass ich es hart, dass ich es kalt, dass ich es getrennt, dass ich es gerichtlich – höchstgerichtlich haben will.

Ein warmes familiäres Umfeld, keine Angst um meinen Platz hier, keine Bedrohung, weil ich (sie zwar meist nur um die Weihnachts- und Osterzeit aufsuche, aber doch) in die evangelische Kirche einzahle. Und ich habe sogar während dieser Pandemie immer noch einen meiner zwei Jobs, um den ich derzeit nicht fürchte. 

Glück gehabt. 

Ich möchte es lieber warm, ich möchte es anlassbezogen, ich möchte es persönlich.

Ich möchte, dass die Menschen hinsehen und dann sagen, das geht sich aus, wenn dem so ist. Es würde in meiner Welt eines Gerichtsurteils dort dann gar nicht mehr bedürfen, weil es sich ohnehin ausgegangen wäre. Jedenfalls wohl in diesem Fall.

Obwohl – dieses Gefühl der ausgleichenden Gerechtigkeit, das kenne ich auch sehr gut. Selbst das Gefühl von Rächen-Wollen kenne ich. Da möchte ich es am liebsten auch höchstgerichtlich haben, nach meinem Geschmack höchstgerichtlich. Meine Richterin würde sagen: „Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass sich das so ausgeht? Tut mir leid, aber ich bin der Ansicht, da müssen wir genauer hinschauen. Wie haben Sie sich das gedacht? Hält ihre Geschichte denn eigentlich auch in den Augen von Kindern? Bringen Sie mir ein paar Kinder und wir erzählen ihnen die Geschichte. Was sagen die Kinder dazu? Was glauben Sie?

Kinder. Könnten die sowas beurteilen? Wäre das vermessen? Wie müsste die Geschichte aufbereitet werden, damit sie unvoreingenommen sein könnten? Wie würden sie entscheiden? 

Wie komme ich eigentlich auf Kinder? Gibt es da nicht auch ein Gleichnis im neuen Testament? Ich schweife ab.

Ach, ich mutmaße – Steckt eine größere Strategie dahinter? Ein Ablenkungsmanöver? Beschäftigt sich halb Österreich gerade mit diesem Fall, weil es Probleme mit dem Impfstoff gibt? Weil es neue Probleme mit der Schredderung gab und weil es mit den Beliebtheitswerten, auch aufgrund der bisherigen Pandemiestrategie, nicht mehr ganz so läuft? 

Es gilt wohl gerade jetzt die Klientel zu bedienen, die es hart aber fair haben will. Der eine Vertreter des Volks wird es richten. Und der andere wird es ihm danken. 

Würde es so sein, dann bedienten die Inhalte die Macht und nicht die erlangte Macht diente der bestmöglichen adäquatesten Beschäftigung mit den Inhalten. 

Diese Familien mit ihren Kindern hätten somit „einfach Pech“. 

Aufreibend. Aber höchstgerichtlich abgeklärt und bestätigt. Alles richtig gemacht.

Nein, es hilft nichts – in meiner Welt geht sich das nicht aus.

Und deshalb tue ich mir gerade richtig richtig schwer.