Sibylle Kefer

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akuter feinfühligkeitsmangel

gedankengedankengedanken…

liebe menschen, 

es passiert immer so viel auf unserer welt. derzeit macht mich so vieles davon so sprachlos, so defensiv und auch so überfragt.ich fühle mich dann irgendwie verrückt, wenn ich am einen ende der welt jeden neuen tag recht sicher sein kann, dass ich frei sagen kann, was ich mir denke, und das politische, soziale und gesellschaftliche system das dann durch verschiedene andere meinungen und siebe vielleicht in diskussion oder frage stellen wird, falsch, gut, unangebracht oder auch wichtig findet, je nachdem, wen ich fragen würde, oder je nachdem, wer etwas dazu zu sagen haben würde.

und dann würde ich das vielleicht unangenehm finden, wenn ich mich nicht gut interpretiert fühlen würde, oder durch neue einflüsse und statements meine eigene aussage relativieren, usw.oder ich würde mich vielleicht unterstützt fühlen und verstanden, oder aufgehoben und gehört. jedenfalls kann ich recht sicher sein, dass ich sagen kann, was ich mir denke, und auch die möglichkeit habe, meine aussagen und davor meine haltungen weiterzuentwickeln und zu verfeinern, zu reflektieren und resonanz zu bekommen, ohne dabei all zu viel zu riskieren.

ich möchte kurz konkreter werden: ich kann – und muss – mich z.b. damit auseinandersetzen, ob ich es gut finde, dass ich meine arbeitszeiten so gesetzt habe, wie ich sie gesetzt habe, um sie meinen familiären rahmenbedingungen so gut als möglich anzupassen – auch während einer pandemie mit kindern zuhause, und ich ganz in wahrheit am liebsten nur musik machen würde und davon leben und meine liebsten davon zu ernähren, und ob ich es verkrafte, wenn mir diesbezüglich zu viel übergestülpt und über meinen kopf hinweg bestimmt und entschieden wird und mein familiäres system bedroht und bedrängt und ich das soziale gefüge als unzureichend erlebe, oder zu patriachal und ich ein neoliberales system als bedrohlich und unsozial empfinde. 

ich kann mich empören über ungleichheit und ungerechtigkeit in meinem umfeld, in meinem leben und im leben derer, die ich kenne. das kann sehr unangenehm sein, diskussionen nach sich ziehen, die ich mir nicht mehr gerne gebe, weil sie mich schon viel kraft gekostet haben, vor allem, wenn sie durch ungleiche machtpositionen aussichtslos anmuten und mich ab und an auch schon verzweifeln ließen. solche kämpfe führe ich nur mehr in großer persönlicher bedrängnis oder aus einer sicheren position heraus, um andere zu unterstützen.

ich möchte um die zukunft des planeten kämpfen, weil dies alternativlos für mich scheint und ich das unseren kindern schuldig bin. und immer bin ich recht sicher, dass es um ein gerechtigkeitsempfinden geht, das mich antreibt, aber das ich nur leben kann, weil ich nicht auf leib und leben akut bedroht bin. 

wir sind es offenbar schon so gewöhnt, dass immer irgendwo irgendwer akut auf leib und leben bedroht ist, dass mir vorkommt, dass wir uns abgewöhnt haben, uns zuständig zu fühlen, dies als unsere sofortige aufgabe zu sehen, zu helfen, dazusein, gegenbalance zu erzeugen, uns zuständig zu fühlen – warum ist das so?

es geht um uns. es sind wir, um die wir uns annehmen würden. 

wir. 

wir menschen. unsere empathie, unser solidaritätsempfinden, unsere hilfsbereitschaft, unser entwicklungspotential, unsere feinfühligkeit.

wir haben das. ich weiß es – dreimal pro woche bin ich kindertherapeutin und arbeite daran – mit den kleinen und den großen, den jungen und den alten. wir haben das alles. ich sehe und spüre es in jedem kleinen – auch verletzten – menschlein immer wieder. aber es ist zerbrechlich und manchmal wurde es zerstört oder zu sehr bedrängt und es bedarf einer gut genugen resonanz und zugewandtheit und viel vertrauens. dann wächst es (wieder). und ich glaube daran, dass es dann mehr wachsen kann, als das andere, das wir auch in uns haben. ich bin ein alter hippie, das weiß ich, aber ich weiß auch, wenn ich nicht an das gut genuge glauben würde, würde meine arbeit keinen sinn machen. und ich sehe den sinn meiner arbeit und vor allem der von so vielen wunderbaren kolleg:innen über die letzten 20 jahre hinweg.

und es ist ein berührender schöner prozess. anstrengend auch. und oft sehr mutig.lassen wir uns nicht überstülpen, wie, wann und wo wir ihn in gang setzen. nicht von jenen, die diese erfahrung vielleicht noch nicht machen konnten, wie gut es sein kann, genau in diese richtung hin zu wachsen. es sind gedanken, sie sind nicht neu und sie bieten keine lösung, ich biete sie nur an zum weiterspinnen oder diskutieren oder sich dran reiben oder wie auch immer. vielleicht korrelieren sie auch nur in meinem kopf? wie seht ihr das gerade? 

al, sibylle   

termine habe ich auch ein paar:

FREILICH 3, das sind Rainer Krispel, Gottfried Gfrerer und Sibylle Kefer:

– Donnerstag, 2.9.2021, Perinetkeller, “finissage“ des großartigen Buchbandes meines lieben Freunds Rainer Krispel „MUSIKARBEITER UNTERWEGS“

www.facebook.com/events/351614573351754 Perinetgasse 1, 1200 Wien

– Sonntag, 5.9.2021, 19.30 Uhr, Volksstimmefest 2021, Sigi Maron Bühne 

Sibylle Kefer solo

– Freitag, 3.9.2021 supporte ich Fridays for Future in Wien, tba

– 10.09.2021 – Pinkafeld / herbst.wort.lieder 

Ernst Molden und das Frauenorchester:

– 24.09.2021 Bühne im Hof St. Pölten

– 19.11.2021 – Wien / Konzerthaus / Ernst Molden & das Frauenorchester-

18.11.2021 – Innsbruck / Treibhaus / Ernst Molden & das Frauenorchester

#rettetdietraun

https://www.instagram.com/tv/CRjytPPlHxQ/?utm_source=ig_web_copy_link

vor und während des baus des ersten wasserkraftwerks in bad goisern an der traun, welches direkt gegenüber von meinem elternhaus errichtet wurde, habe ich mich intensiv vor allem innerlich mit dieser veränderung der mir so lange so vertrauten umgebung beschäftigt.

so entstand das lied „jederzeit bereit“, in welchem ich unter anderem diesen bei mir beklemmende und trauernde aspekte auslösenden prozess bearbeitete.

jetzt, wo es um den bau eines weiteren wasserkraftwerks in goisern geht, kommen auch die fragen und die auseinandersetzung wieder hoch.

ich selbst hatte zu dieser zeit keine kraft für externe kämpfe, in meinem leben gab es zwei sehr kleine und ein gerade erwachsen werdendes kind, ich kämpfte um meine musik, musste aber aufgrund unserer finanziellen lage nach den babypausen auch als musiktherapeutin wieder fuss fassen und hatte viele eigenen themen zu bewältigen. diese aspekte finden sich zwischen den zeilen ebenfalls in diesem lied wieder.

auch deshalb habe ich mich bei meinem vater jetzt nochmal erkundigt, wie es beim bau des ersten kraftwerks gewesen ist. ich wußte, dass sie einiges versucht hatten, um ihn an dieser stelle zu verhindern.

er erzählte mir von unbeantworteten fragen und einer letztendlichen resignation.

derzeit setzt sich @hubert.von.goisern für die verhinderung des zweiten wasserkraftwerks in bad goisern ein. ich werde in den nächsten tagen seine postings mit euch teilen.

beim ersten kraftwerk ist es wohl zu spät, beim zweiten noch nicht.

#traunrauschen #traun #weissenbach #badgoisern #energieag #energieagoberoesterreich #rettetdietraun #goisern #hubertvongoisern #staustufe #traunkraftwerk #staumauer #wasserkraftwerk #kraftwerk #fluss #traunfluss #salzkammergut #naturschutz @energieag #sibyllekefer #jederzeitbereit

FRAU SEIN in der österreichischen (Pop/Dialekt)Musikszene

https://www.instagram.com/tv/COqh7UpAcXO/?igshid=1effk9x54mu90

worüber wir gesprochen haben:

  • mehrfachbelastung
  • rollenbild (autenthizität/integrität/haltung/abgrenzung)
  • radiorotations (quote, wertschätzung der musikerinnen des eigenen landes) 
  • welche frauen in meinem alter (45) und älter gibt es überhaupt in der österreichischen (pop/dialekt?)musikszene – generationenclash
  • vorkämpferinnen, rolemodels
  • eine junge neue generation an tollen österreichischen musikerinnen mit einem klareren selbstbild und selbstverständnis
  • das frauenpolitische lied – hat es platz in der österreichischen popmusik?
  • starmania (beurteilun/einteilung von künstlerischer/m tun/sein/qualität)
  • quoten(frauen)

worüber wir nicht mehr gesprochen haben, ist zum beispiel, …

… dass frauen sich 3x öfter überlegen, ob sie es sich in dieser branche überhaupt leisten können (finanziell und organisatorisch), kinder zu kriegen 

… rolemodels, die es geschafft haben und vorbild sein könnten, aber von der presse nicht als solches gesehen/aufgegriffen werden

… dass ich mir schon sagen lassen musste, ich wäre bockig/schwierig/zickig, wenn ich mich nicht so anziehen/verhalten/definieren lassen wollte, wie es mir vorgeschlagen wurde. männern sagt man da eher nach, sie wären standhaft/geradlinig/abgegrenzt/klar,…

diese frauen wurden auch namentlich erwähnt:

gustav

#birgitdenk

#violettaparisini

#stuermerchristina

#litha.alloveryou

#yasmoone

#marybroadcast

manudiem

#inaregenmusik

#marlenelacherstorfer

#mariapetrovadrums

#_sigrid_horn

#aliciaedelweiss

diese männer wurden auch namentlich erwähnt:

#ernstmolden

christophgrissemann

#flobradley

#herbertpirker

alexmeissl

ernstgottschmann

#hubert.von.goisern

https://www.instagram.com/tv/COqh7UpAcXO/?igshid=1effk9x54mu90

Frau Sein in der (österreichischen) Musikszene

Heute Abend hatte ich ein wunderbares Podcastgespräch mit Florian Forstner über Frau Sein in der (österreichischen) Musikszene. Ich fand es sehr spannend und bedanke mich herzlichst für das Interesse an meinen Erfahrungen und Erlebnissen und der daraus resultierenden Meinung und Haltung als Musikerin, Frau und Alleinerzieherin und Mutter und Bandleaderin und Teamplayerin und Berufstätige und Produzentin und Labelgründerin… Vielen Dank für diese Einladung, das Thema und die Länge (wir ham voll überzogen…)Und danke für euer bisheriges wunderbares Feedback!

https://www.instagram.com/tv/COqh7UpAcXO/…

reise zurück… teil 3

in der griechischen mythologie waren sibyllen weissagerrinnen, die ungefragt die zukunft prophezeiten.

diesen anspruch erhebe ich nicht. trotzdem habe ich heute ein besonderes schmankerl für euch. wenn das nicht passt, wie die faust aufs aug, dann weiß ichs auch nicht…

das videomaterial hatte ich nie veröffentlich, vielleicht, weil ich es selbst nicht glauben konnte, wie ungemütlich weit unten ich das mikro eingerichtet hatte – erst im laufe der zeit habe ich gelernt, mich da besser drum zu kümmern und mich solche sachen auch sagen zu trauen – genau genommen arbeite ich immer noch dran.

ich hab das auf meinem allerersten mac selbst aufgenommene video heute gefunden, geschnitten und bitte hört gerne rein, und gebt mir rückmeldung! es ist fast zu aktuell…

#FreeNawalny #freeahmedsamirsantaway

oana sa°gt des is nit richtigwie der tuat und ma°cht si wichtigmit dem wa°s a findt dass da a°ndere fa°isch ma°chtsa°gt a dazua er hätt´ si des glei da°chtdawei is mittlerweile er der si gern redn heat und nu mehrweil a glaubt des wa°s er sa°gt is richtigerenjoy the momentbe your own manwe´re only humansa million mindsnot a handfuljeda findt wa°s a°nders guatentfa°cht damit vielleicht a gluatbei dem der auf des nit söwa kumma tatdem hilfts jetzt ha°t a a meinung paratund is a amoi mit der idee entbranntha°t a an grund und nimmt sei lebm in´d ha°ndsetzt´s aufs spü für die ideevom herrn richtigeroje enjoy the momentdon´t let yourself be ruledwe´re only humansit´s life not a gameirgendwa°nn findt a si da°nn ausgruckt für a konstruktdes er nit gma°cht ha°towa tra°gt weil a´s nit ausghoitn ha°tdass a ohne des koa eignes gha°bt ha°tplötzlich steht a da°nn im gatsch und wo a hischaut is nur matschund die a°ndan geht’s woa°ndas a nit a°ndasund da°nn is´ scho ga°nzsche spa°tdass ma aussteigt weil ma nit ma°g dass des des gwesn is wa°s ma nit gscheit fertig da°cht ha°tenjoy the momentdon´t kill a manwe´re only humansone life not a handful

reise zurück… teil 2

ihr lieben,

vor knapp einem monat, am 8.3.21, dem heurigen frauentag hab ich meine reise in die anfänge meiner solokarriere mit euch gestartet. mit blick auf eine frauenspezifische sicht auf die dinge, der mich stetig auch beim songschreiben begleitet, hatte ich mich für „bekenntnis“ entschieden, einen song aus meinem ersten soloalbum.

er handelte von einer alleinerziehenden mama, die sich mithilfe ihres berufs als musiktherapeutin ein jazzgesangsstudium leistete, bald selbst studierende unterrichtete, abends für die kindergruppe vorkochte und mit ihrem beruf diese auch bezahlte und mit einer recht erfolgreichen truppe (den ausseer hardbradlern und dann mit dem wunderbaren ernst molden) auf der bühne stand – mit dem selben gewand und der übriggebliebenen frisur, mit dem und mit der sie untertags die kinder therapiert hatte.

gerade noch im therapiezentrum/kindergarten/konservatorium, jetzt auf unserer showbühne…wow, das war schon viel. aber ich war jung und ich war sehr demütig, dass ich das alles machen durfte und konnte und ich machte einfach volle kanne – und oft war ich auch sehr müde.

heute habe ich einen song aus dem folgealbum „weg“ ausgesucht. der titel dieses zweiten soloalbums ist dem dialekttitellied des albums geschuldet, bei dem ich mich mir nähere, indem ich mich woanders wegbewege, ich also gleichzeitig auch einen weg gehe. weg und weg – das gefiel mir als doppelbotschaft.

von der entstehung von „weg“ gibt es auf meinem youtubekanal eine 4-teilige dokumentation. ich habe für dieses album mein label sie-records gegründet und dies ist die erstveröffentlichung.

den ausgewählten song „ich mach mir sorgen“ habe ich den spö-frauen zum frauentag 2010 geschenkt. ich war immer eine politisch interessierte person, aber ich war nicht spö-nahe. ich fühlte mich eigentlich als hippie.

weil ich johanna dohnal als derart wichtige und schillernde persönlichkeit aus der spö in erinnerung hatte, dachte ich, in ihrem sinne werde ich diesen song für die anfrage auswählen und zur verfügung stellen. und so war es dann auch – und dadurch gibt es auch das video, welches ihr unten finden könnt.

hier ist also runde zwei unserer reise in die frühe phase meiner musik mit dem song „ich mach mir sorgen“ aus meinem zweiten soloalbum „weg“.

heute machen wir uns viele sorgen – wir sind in eine zeit hineingerutscht, die wir so nicht vermutet hätten vor eineinhalb jahren. wir haben jetzt andere sorgen, manche sind gleich geblieben, manche haben sich verschoben. was uns jedenfalls verbindet, ist das teilen unserer sorgen und ängste. halten wir weiterhin gut zusammen, lassen wir uns nicht spalten, sondern helfen wir uns und kümmern wir uns darum, dass wir nicht vereinsamen. sprechen wir uns mut zu und lassen wir unsere geldschere nicht zu weit auseinanderdriften in einer intensiven zeit.

in diesem sinne, eine gute zeit mit dem song!

alles liebe,sibylle

reise zurück… teil 1

liebe menschen!

zum morgigen frauentag möchte ich euch zu einem persönlichen reiseprojekt einladen.

ich werde meine bisherige solokarriere von hinten aufrollen. und beginne also im jahr 2007. dazu habe ich in meinem archiv gewühlt und einen frauenrelevanten song aus meinem ersten soloalbum ausgesucht. mit damals aktuellen pressefotos und privatfilmen habe ich daraus ein video zusammengeschnitten.

das möchte ich euch zum frauentag schenken. auf dass wir uns besser vernetzen und solidarisieren und die erkenntnisse der letzten monate, nämlich, dass frauen durch doppel- und dreifachbelastungen, durch schlechter bezahlte jobs und durch unbezahlte arbeit die großen verliererinnen dieser pandemie sind und sein werden. dass wir uns wieder in ein bild drängen lassen, bzw. in eine situation gedrängt werden, der zu entkommen unsere vorkämpferinnen jahrzehnte gebraucht hatten. und dass wir das teilweise selbst gar nicht bemerken, wenn wir zur bürgerlichen schicht gehören, die es sich leisten kann, grade eh ganz froh zu sein, wieder mehr zeit mit der familie zu haben (was ja an sich schön ist, solange es nicht am rücken der ärmeren ausgetragen wird, und auch nicht nur geht, weil die männer unverhältnismäßig verdienen). lassen wir nicht etwas selbstverständlich werden, das nicht selbstverständlich ist, und auch nicht selbstverständlich anmuten darf.

hier ist nun die geschichte zu dem für heute ausgesuchten song:als ich mich entschieden hatte, den schritt eines soloprojekts zu gehen, nicht wissend, in welcher sprache, was den mix aus hochdeutschen und dialektliedern und sogar einem englischen erklärt, und ich als ganzes nach authentizität und der vereinigung meiner zu diesem zeitpunkt schon vielen rollen lechzte, war dieser song ein schlüsselsong.für meine solokarriere hatte ich mich für ein pseudonym entschieden. dazu nahm ich die anfangsbuchstaben meiner beiden vornamen sibylle elisabeth und formte daraus SiE. das schien mir frauenpolitisch relevant und richtig, ich wollte auch ein zeichen setzen in dieser doch männerdominierten gesellschaft. und sibylle kefer kam mir zu sperrig vor.ich hatte ein bereits 9 jähriges kind, das ich alleine großzog, verdiente mein geld seit 7 jahren aus selbstständiger musiktherapeutischer arbeit und dem gesangsunterricht an einem privatkonservatorium. ich hatte 4 jahre backings bei den ausseer hardbradlern gesungen und mein leben war recht voll und dicht. sowohl als musikerin, als auch als musiktherapeutin und lehrerin fühlte ich mich keineswegs ausgereift. ich wusste um mein noch mit taten zu füllendes streben nach wissen, handwerk und erfahrung.gleichzeitig war ich mit 18 aus dem elterlichen raum ausgezogen und im aufbau einer guten neu definierten beziehung zu ihnen, die ich ja auch schon früh zu großeltern gemacht hatte. alles in allem zogen viele kräfte in viele richtungen und ich bündelte meine energien so gut ich konnte, um meiner wunderbaren tochter eine gut genuge mutter zu sein. und jung und wild und dynamisch war ich ja innerlich schon auch. diesen teil konnte ich nicht durch abendliche tanzorgien oder ähnlichem ausleben.und was ich wirklich auch wollte, war auf die bühne.wenn ich den song heute anhöre, höre ich einerseits meine jungen jahre in meiner stimme, aber auch meine geschwindigkeit und mein ringen und kämpfen in den strophen und mein immer wieder ankommen und innehalten in mir, um mich zu finden und ich zu werden, verkörpert in den halftimerefrains. die wilde basslinie ist gezähmt und strukturiert durch den puls und den rhythmus und trotzdem ein bisschen widerspenstisch durch ihre melodische definition mit ihren tritonusritten.auch ich musste meine zeit gut strukturieren. kinderbetreuung konnte ich mir nicht leisten, ein gut koordiniertes und organisiertes tagesgeschehen war grundvoraussetzung für alles andere.

viel spass mit dem zeitdokument!

die schwarz/weiß fotos sind von sita, geschossen bei meinem ersten richtigen fotoshooting.auf alle wunderbaren frauen da draußen und drinnen!

al, sibylle

musikerInnen: ernst gottschmann: produktion und gitarren; sibylle kefer: stimme und querflöte; alex meissl: bass; clemens salesny: bassklarinette; clemens wenger: klavier

ps.: wer möchte, kann mit mir eine reise machen vom ersten album aus dem jahr 2007, auf dem auch dieser song zu finden war bis zum dzt. letzten release vom februar 21 als vorbote zum 6. album. ich werde versuchen, in relativ kurzen abständen einen song zu präsentieren und dazu auch in der folge etwas zu erzählen. vielleicht auch durch eine kleine neuinterpretation o.ä., wir werden sehen…

spontanrelease innere werte

ich arbeite, seit ich mich erinnern kann, mich auch als solokünstlerin zu definieren, immer an einem album. 

ich arbeite neben meinem „brotjob“ als musiktherapeutin, neben meiner mittlerweile seit 22 jahren bestehenden rolle als mama immer dazwischen irgendwie an einem nächsten album.

es treibt mich, stillstand ist meine sache nicht, nichts-tun etwas, in dem ich großes lernpotential für mich vermute.

meine mittlerweile erwachsene tochter attestierte mir kürzlich erstaunliche resilienz und eine mir prinzipiell innewohnende positive herangehensweise an das leben. darüber habe ich mich sehr gefreut. immerhin hatte sie es mit ihrer damals alleinerziehenden jungmama mit sicherheit nicht immer leicht. und es rührt mich, dass dies ein bestandteil ihre sicht auf mich ist.

ich glaube auch, dass ich grundsätzlich ein lebensfrohes persönchen bin und dass es sinn macht, dass mich der beruf der musiktherapeutin gefunden hat. es ist nicht immer alles lustig darin. ich sehe kranke kinder und besorgte eltern und kinder ohne eltern. ich sehe aber mindestens genauso viel hoffnung und gestaltungsfreude und liebe und entwicklung. 

und sternenmomente, wie ich sie für mich benannt habe. 

momente, in denen die zeit still steht, in denen einem der atem stockt, in denen dinge passieren, die bis dahin noch nicht passieren konnten.

diese woche hatte ich mehrere solcher sternenmomente. und sie haben mich ein klein wenig gerettet. sie haben mich aufgefangen, weil ich abzustürzen drohte – zum ersten mal während dieser pandemie. weil ich meine maske nicht mehr aushielt, weil ich eine perspektivlose sicht für meine beiden kleinen wahrzunehmen begann, die sich in dieser deutlichkeit so bisher noch nicht eingeschlichen hatte. weil ich eine ganz persönliche betroffenheit erlebte, die ich mir bisher ferngehalten hatte und an deren stelle ich es gewesen war, die andere an der hand genommen hatte um sie zu begleiten.

ich war nicht naiv in diese pandemie gestartet, sorgen, ängste und abwägungen auch meine tägliche beschäftigung. aber ich freute mich trotzdem immer wieder auch über die entschleunigung nach doch über 20 sehr intensiven jahren mit viel arbeit und wenig zeit für mich und meine familie und das gewonnene zusammenrücken und gemeinsame durchhalten meiner kleinsten familiären zelle. 

dieses gefühl habe ich immer noch.

aber um mich brökelt es. 

ich bin zum nachrichtenjunkie geworden. und meine irritation und ratlosigkeit wächst mit jeder neuen auf- und abwägung der verschiedenen ebenen von recht und ordnung, wenn sie in bezug gesetzt werden zu nächstenliebe und menschlichkeit. dass es möglich ist, dass es passiert – ich kann es nicht nachvollziehen mit den mir innewohnenden parametern von werten. es kostet mich viel kraft, mich in diese andere position zu versetzen. ich verstehe es (noch) nicht. 

ich erinnere mich an eine ausbildung bei karl heinz brisch, einen bekannten deutschen bindungsexperten, beheimatet in psychoanalyse und medizin, der uns darauf aufmerksam machte, wie „hilfreich“ bestimmte bindungsmuster und bindungstypen für berufssparten sein könnten, bei denen man durch besondere härte, besondere hartnäckigkeit zu gewünschten ergebnissen kommen würde, wie beispielsweise rechtliche streitereien oder politische bestrebungen. dieser hinweis fällt mir immer wieder ein, wenn ich dzt. nachrichten höre und sehe.

ich habe mich entschlossen, einen song zu veröffentlichen, der die tristesse und traurigkeit unserer derzeitigen für uns doch sehr aussergewöhnliche lebenssituation ebenso in sich beherbergt wie das loslassen und das haltung haben. 

eigentlich ist der song fertig bei mir angekommen, ich musste ihn nur aufschreiben und mich ans klavier setzen und ihm resonanz geben. ich habe erst selbst nicht so recht verstanden, was er bedeuten könnte, aber ich habe ihn von anfang an staunend willkommen geheißen und mich wirklich bemüht, ihm ein gutes sprachrohr zu sein.

eigentlich soll er auf ein mitte dieses jahres erscheinendes neues album von mir (mein 6.tes), das tut er vermutlich auch. aber er muss jetzt hier heute raus. 

und das tut er auch.

für das video habe ich unsere beiden kleinen schätze ausgeborgt. ich finde, sie haben das großartig mit mir umgesetzt.

über resonanz freuen wir uns.

alles liebe und halten wir durch.

sibylle

innere werte

geh schleich di mit innere werte

geh woat schnö i hob wos am herd steh

woascheinlich gwinnt wieda der oane 

am gscheitestn wa es wa koane

wos wü da dei bleda traum deitn

es trifft di von da seitn

hümmifixnuamoi des siagst von weitn

i bin am friedhof und schlog die zeit tot

i fia die sö aus und loss sie fliagn

und wer ihr nochspioniern

es kummt a weda von herrlicher procht

es braucht an regnschiam für sowos gmocht

i wea mi higebn da herrlichn mocht

und i wea gonz bleibm 

so hob i ma des docht

i bin am friedhof a sö in da luft

wonn mi da wind hoid donn hoid a mi oft

wonn mi da wind nimmt donn nimmt a sie vü

ea foat drüwa und schimmat durch mi

er denkt si söwa jo nit i denk eam

mit der gewissheit konnst eigentlich sterbm

geh schleich di mit innere werte

geh woat schnö i hob wos am herd steh

von mia aus konnst eigentlich jetzt geh

die sun is jo weg

es is mondsche

es kummt a weda von herrlicher procht

es braucht an regnschiam für sowos gmocht

i wea mi higebn da herrlichn procht

und i wea gonz bleibm 

so hob i ma des docht

i bin am friedhof a sö in da luft

wonn mi da wind hoid donn hoid a mi oft

wonn mi da wind nimmt donn nimmt a sie vü

ea foat drüwa und schimmat durch mi

er denkt si söwa jo nit i denk eam

mit der gewissheit konnst eigentlich sterbm

geh schleich di mit innere werte

geh woat schnö i hob wos am herd steh

von mia aus konnst eigentlich jetzt geh

die sun is jo weg

es is mondsche

ZIVILCOURAGE

Ihr lieben Menschen,

Ich habe eine aufregende Ankündigung zu machen:

Der wunderbare Gerald Singer hat im Auftrag des Mauthausen Komitees ein Video für Zivilcourage – gegen Hass im Netz – gestaltet und ich durfte die Musik dazu beitragen.

Und es ist nicht irgendeine Musik geworden – es ist die großartige WÖDSCHEIBN *hurt* der *Nine Inch Nails*.

Dieses große Werk durfte ich interpretieren. Sehrt und hört selbst.

Die Message ist wichtiger den je. Teilt sie!