generation x, wo bist du abgebildet oder wenn baustelle, dann gscheit­

­liebe menschen,­

da gibts diesen spruch, nicht dieser mit dem teufel, der nicht schläft, obwohl er tendenziell in die gleiche kerbe schlägt.
nein, der mit dem wenn was daherkommt, dann gscheit, oder dann kommt gleich nochwas oder so ähnlich.bitte bei wissen mir gerne schreiben, was ich meine.
und ich weiß, ihr kennt mich schon gut, jemand von euch wird mir helfen können.

spoiler: dieser post beschäftigt sich mit ungereimtheiten und aufbruchstimmung in der musikszene und über verhältnismäßig kleine eigene wehwechen. dieses verhältnis bitte zu berücksichtigen beim lesen. es ist nichts wirklich schlimmes hier passiert. aber ich reflektiere und denke laut nach. schön und danke, wenn ihr dabei seid! und – ich beleuchte natürlich nur einen kleinen teilaspekt, diesmal halt eben von diesem blickwinkel aus.
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wo also diesmal beginnen?

ich habe einen erschöpfungsbruch. wieder an der gleichen stelle, ziemlich genau nach einem jahr wieder.ich kann nicht mehr schmerzfrei gehen. ich kann nicht mehr aufsteigen. und das schon eine ziemliche zeit lang.

vor einem jahr hat das sehr viel sinn gemacht.
da wurde mir und anderen fleissigen arbeitsbienen in unserem job über langen zeitraum immer wieder unrecht getan, angst gesät und druck gemacht bzw. ich wurde unverhältnismäßig behandelt. sehr unverhältnismäßig – ich krieg normalerweise nicht immer gleich erschöpfungsbrüche, wenn wer nicht nett zu mir ist oder mich anschreit oder mich ungerecht behandelt, ich bin generation x, ich richte meine krone und gehe ohne äußere erschöpfungsbrüche weiter. es muss anhaltend und ohne aussicht auf veränderung passieren, dass etwas bei mir durchbricht.

voriges jahr hat das sinn gemacht.

krankenstand hab ich mir nicht genommen und die jüngste braucht wen, der mit ihr ihr bett aufbaut und die älteste ist ausgezogen und das auto haben wir und ausserdem helf ich ihr auch wenn es nicht mein auto wär natürlich und der boden gehört neu gemacht und ich hab mich seit einem jahr nicht mehr so fit gefühlt und bin eigentlich auch das erste mal seit sehr langer zeit richtig gut im einklang mit mir.
und doch, jetzt ist er wieder gebrochen, der fuss.
und ich hab urlaub und lieg zuhause herum und würd gern raus und mich bewegen und ich soll nicht. und wenn ichs doch mache und mich danach so viel besser fühle, obwohls dann natürlich auch nicht wirklich besser wird, aber schlechter dann auch nicht, dann hab ich das gefühl, ich hab mir wieder gezeigt, wies wär, wenns anders wär (wobei ich erstmals glaube zu verstehen, wie es anderen ergeht, die dann eben trotzdem laufen, auch wenn die gesundheit eigentlich sagt, jetzt nicht, oder vielleicht sagt sie ja, mach es trotzdem, und speicher dir die glückshormone, du wirst sie mehr als sonst brauchen oder so).­

naja.­

den kampf um radiohörbarkeit kämpfen neuerdings andere und ich arbeite mit hochtour daran, mich nachzuinformieren und das gut finden zu können.

selbstverständlich finde ich das prinzipiell super! dies vorweg.
danke an die kolleg:innenschaft, die sich zusammengefunden hat und gemeinsam größer wird. wie toll! ihr seid super. ich meine es.

ich kämpfe ja bereits seit 20 jahren genau darum und habe in dieser zeit sowohl viele individuelle, als auch eine ganze menge struktureller erfahrungen dadurch gesammelt. ich habe eigentlich eine persönliche zeitlich bedingte expertise entwickelt, könnte man sagen.

nachzulesen ist das in meinen vielen versuchen aufzuzeigen, dass diese entscheidung, ob jemand es ins österreichische radio „schafft“ oder nicht – und dann vorallem mit rotation (die würde nämlich einen deutlichen unterschied machen, weil es sich dann auf reichweite, sichtbarkeit, bekanntheitsgrad und in der folge auf konzertbesuche und tantiemenausschüttung auswirken könnte) – dass diese entscheidungen einerseits undurchsichtige prozesse innerhalb der radiostationen und deren gremien mit der frage der evaluierung dieser prozesse und der frage, wer denn das nun eigentlich bestimmt und warum diese intransparenz mit sich bringen und andererseits einen sich seit jahrzehnten hartnäckig haltenden mythos eines uneinsehbaren vertrags des österreichischen rundfunks mit einer deutschen programmierfirma aufkochen lassen (ich wüsste es noch ein klein bisschen genauer, aber vor no-names wie mir muss sich an dieser stelle nicht gefürchtet werden, prekär fänd ichs schon).  

für mich bedeutet das entweder, mich mit meiner jeweils aktuellen neuerscheinung an radiogremien wie zb. bei ö3 zu wenden, die von denselben menschen besetzt sind, die schon so lange an den wichtigen hebeln sitzen wie ich album um album kreiere, die sozusagen mit mir älter werden und album um album, lied um lied ablehnen, weil sie dies ja bereits beim ersten, dann beim zweiten, und dann sowieso weil eh scho wissen bei den anderen fünf oder es bedeutet einen generationenwechsel, der eine alternde singer-songwriterin erst gar nicht mehr anhört, weil sies bei den letzten sieben ja auch nicht geschafft hatte, eine rotation bei kollleg:innen zu bekommen. und ja, vielleicht gefällt es dem einen oder der anderen einfach nicht. so be it.

monchmoi host a pech, oder wie es eine sehr gute musikerinnenkollegin gesagt hat: „damit kann man ja ganze karrieren verhindern!“

und leute, jetzt wisst ihr, ich bin ressourcenorientiert. das heißt, ich suche in allem das, was positiv sein kann und natürlich bleiben mir in diesem falle mit dieser geschichte am ehesten die adjektive, die soziologisch als „double standard“ bezeichnet werden.

ich bin keine kämpferin, die das kämpfen braucht, die es nicht aushält, loszulassen, die sich verkeilt und verbissen hormongesteuert zickig eitel arrogant aggressiv und neidvoll überemotional hysterisch unfähig ist, den tatsachen einer fortschreitenden ablehnung ins auge zu sehen. 
nein, eher lese ich literatur in der ich mich wiederfinde in bezug auf strukturelle (patriarchale) mechanismen, die dazu führen, mich das da oben alles aufgelistete als individuum glauben zu lassen.
generation x eben.

deshalb – um so besser: nun kämpfen also die um mehr hörbarkeit, die man schon kennt, die es zumindest geschafft haben, sich ein bisschen mehr sicht- und hörbarkeit zu verschaffen. mit mehr oder weniger radioairplay. ich hoffe, es klappt diesmal und führt zu einer besseren quote, zu mehr vielfalt und mehr innovation und vorallem zu mehr airplay  für viele von uns.
weil „mehr österreichische musik in den radios“ bedeutet nämlich natürlich nicht zwangsläufig mehr vielfalt und mehr künstler:innen, es könnten auch die paar, die gespielt werden, noch mehr gespielt werden (was ich gönne, mein credo seit jahrzehnten ist, es ist genug platz und zeit für uns alle da, wir sind viele, aber nicht zu viele und wir sind vor allem gemeinsam stark und vielfältig und bunt, davon bin ich nach wie vor überzeugt), oder nur lieder des ersten albums und dann nichts mehr, oder oder oder…

mein glaubenssatz seit langem ist, dass die privilegierteren von uns es sein könnten (und ja, ich sage auch sollten immer wieder mal), sichtbarkeit und bewusstseinsschaffung zu betreiben, deshalb freue ich mich wirklich, dass dies nun zu passieren scheint.
ich glaube, mein anteil dabei ist, mich zu fragen, ob ich auch gemeint bin, bei dieser sichtbarmachung, und auch die beschäftigung damit, dass diese form der einsicht, die ich alleine durch meine erfahrungswerte erlangt habe in den letzten 20 jahren hier gerade nicht von wichtigkeit sind und ich lernen muss, das nicht falsch zu interpretieren, bzw. mich nicht gekränkt zurückzuziehen und zu sagen, eh kar, ich bin wieder nicht gemeint. das wäre nicht hilfreich. für niemanden. und es wäre am thema vorbei.

das bedeutet aber auch wieder ein stück arbeit an mir. weil ich merke, dass es dieser reflexion auch bedarf. und auch diesem durchaus auch schmerzhaften wiedereinmal-sich-damit-beschäftigen, dass meine 20 jährige solokarriere, wie immer sie nun auch weitergehen mag, jedenfalls anders verlaufen ist durch das durchgängige ablehnen meiner ersten fünf alben durch den österreichischen öffentlich rechtlichen rundfunk ORF.

ich finde, systeme sind dann zu hinterfragen, wenn sie prinzipiell nicht fair sind, und das sind sie meist nicht erst, wenn man selbst an eine grenze stößt. aber oft beginnt man es da erst wahrzunehmen und zu kämpfen.

in diesem sinne:
gut. während nun also erstmals wirklich menschen sich einsetzen, die eine gute chance haben, dabei gesehen und gehört zu werden, weil sie es entweder selbst schon innerhalb dieses systems geschafft haben (RESPECT und 1000 dank an euch!) merke ich, dass ich mich frage, ob das heißen würde, dass sich auch für mich ein spätes fenster öffnen könnte, dass ich vielleicht doch noch mitgedacht werde in meinem immer schwerervermarktbaren 50jährigen menopausenalter (warum eigentlich? ich bin pointiert, ich bin mir meiner selber sicher und ich bilde einen sehr großen teil der bevölkerung ab, der in diesem bussiness einfach nicht vorkommt – googelt mal meine „generation x“, es gibt demnach drei (WHAT?!) aktive mundartsängerinnen in österreich aus dieser generation, ich bin eine davon, eine ist die von mir so gern gehörte gustav und die andere ist die von mir verehrte birgit denk, die großartiger weise mit ihrer großen strahlkraft, ihrem starken durchhaltevermögen und ihrem großen herzen und talent eine bemerkenswerte karrierre trotz kaum radioairplay gemacht hat – alleine an der aufzählung dieser drei verschiedenen künstlerinnen sieht man übrigens sehr deutlich, wie vielfältig und unterschiedlich „österreichische dialektmusikerinnenmusik“ sein kann. 

ob es also so etwas wie eine solidaritätswelle werden wird auf der ich auch aufspringen darf und kann?
das wäre sehr schön!DANKE an die kolleg:innenschaft!­nachzulesen und zu unterstützen unter https://www.ohnefrequenz.at.­


die zweite baustelle ist eigentlich ein ähnliches kaliber. das würd jetzt aber alles in allem zu viel, deshalb umreisse ich es nur, weil es die aufmerksamkeit mehr als verdienen würde. 
nur soviel – musiktherapie hat seit nunmehr 18 jahren, glaube ich, ein berufsgesetz in österreich, mit vielen gleichen passagen wie die psychotherapie, wird im selben ministerium behandelt und ist quasi dicht mit der psychotherapie verflochten gesetzlich. und trotzdem wurde sie seit beginn der kollektivverträge in demselbigen nicht von der längst der tiefen vergangenheit angehörigen lehrgangseinstufung zum jetzt gültigen magisterstudium (mittlerweile bis masterstudium) aufgestuft/angepasst.

ich verdiene also auch hier einfach nicht gut. und vorallem nicht entsprechend meiner qualität und ausbildung.
das kann auch mit meiner erschöpfung zusammenhängen.
ich muss um mein geld deutlich mehr arbeiten als so manch andere:r in einem beruf, der nicht einfach deutlich mehr verträgt.

wenn ihr also weiterhin lust auf meine musik habt, kauft gerne platten und cds bei meinen konzerten, zu denen ihr kommt, weil ihr ein wunderbares publikum seid!
ich danke euch sehr und freue mich auf euch und uns!
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nächste konzerte im frühjahr 2027:
– im jänner im chelsea in wien (mehr dazu hoffentlich sehr bald – jedenfalls auf meiner homepage)
– 20.02. Retzbacher Kulturraum ReKuRa, Unterretzbach Nö, im trio, darauf freue ich mich schon sehr!
– 05.03. 2027 mi barrio, her night, gemeinsamer abend mit mary broadcast, bad ida, ivery und marilies jagsch. darauf freue ich mich auch sehr, das wird sicherlich schön.

alles liebe
sibylle­

ps.: schafft es mein heuriges 7. album „ma wü vü“ in die Amadeus Austrian Music Awards?
bin ich (noch) herzeigbar?
die sichtbarkeit war groß. der falter hatte mich am wochencover.
rotation nein, aber vorstellungen auf radio fm4 und ö1.
sehr viel dank an alle, die unterstützt haben!

das so tolle video unter der regie von der grandiosen mirjam unger zum lied „des irre on dir bist du“ hat 13000 klicks. ein absolutes highlight auf meinem youtubekanal.
meine jugendliche leichtigkeit haben wir nun leider versäumt, da wäre eines der ersteren alben die wahl gewesen, aber da gibt es genug junge kolleg:innen, die diese rolle SUPER ausfüllen. ich hab mich in der zwischenzeit weiterentwickelt, zwar mit erschöpfungsbruch, aber noch ganz schön lebendig. neugierig? es wäre diese kaum abgebildete weiblich gelesene generation x.